Tröpfchenweise
Heute bin ich auf ein Problem gestoßen. Eins, mit dem ich in dieser Art und Weise noch nicht zu tun hatte, und das mir zeigt, dass das virtuelle Leben doch einen gewissen Vorteil hat. Denn es ist höchst unwahrscheinlich, dass mir selbiges Problem im Internet jemals Sorgen bereiten wird.
Was ist geschehen? Ganz einfach: Mein Wasserhahn tropft.

Da ich nun schon lange genug im Schwobaländle gelebt habe, ist es mir nicht möglich, diesen Umstand einfach zu ignorieren. Einer meiner ersten Gedanken war nämlich, wie viele Tropfen wohl einen Liter ergeben, und wie viele Liter mich dieser Wasserhahn nun täglich kosten wird. Dazu bedenke man, dass ich nicht nur für den Liter aus dem Wasserhahn zahle, sondern auch für den Liter, der wieder im Abflussrohr verschwindet. OHNE DASS ICH IHN IRGENDWIE HÄTTE NUTZEN KÖNNEN!

Nun gut. Man muss die Dinge ja nicht einfach hinnehmen, ist auch gar nicht meine Art. Nachdem ich meine bessere Hälfte wider besseres Wissen gefragt hatte, ob sie auf wunderbare Weise wohl etwas gegen tropfende Wasserhähne wüsste, nahm ich Zuflucht zu dem anderen Partner an meiner Seite: dem Internet.
Ich muss dazu ja sagen, dass das Internet ein treuer Freund ist, der gerne zahlreiche Antworten liefert in der Form, dass andere schon mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatten und ihnen in verschiedene Foren Lösungen angeboten wurden. Mir fällt jetzt gerade kein Beispiel ein, wo mir das im realen Leben weitergeholfen hätte, aber es gibt ja beispielsweise das Wörterbuch LEO, dass ja auch mit seinen Diskussionsbeiträgen im Forum sehr hilfreich sein kann.

Also, als erstes googelte ich "Wasserhahn tropft". Ich kam zu einem Beitrag, der mir erklärte, dass ich einfach das Wasser abdrehen und die Griffe abziehen sollte, damit ich die darunterliegenden Ventile aubschrauben und die Dichtung reinigen/umdrehen/austauschen könnte. Nachdem ich es endlich geschafft hatte, das Wasser abzudrehen (in welche Richtung, bitteschön, soll man drehen? Warum, ihr Wasserhahnhersteller, könnte ihr nicht einfach auf jedes Ventil zwei Pfeile mit "auf" und "zu" draufmeiseln?), stellte es sich heraus, dass die Ventile sich nicht abschrauben lassen. Ich glaube, es gibt gar keine unter den Griffen!
Aber man darf ja nicht gleich aufgeben, außerdem gab es ja noch 31.199 andere Google-Ergebnisse. Also ein zweiter Beitrag. Der begann mit einem Vortrag über den Klimawandel und die persönliche Verantwortung des Wasserverbrauchs. Hörte sich so an, als hätte ich meinen Wasserhahn gebeten, zu tropfen. Allerdings hieß es auch hier, dass ich das Ventil unter dem Griff abschrauben müsse.

Da nun die Möglichkeit besteht, dass die Ventile doch existieren, obwohl ich persönlich weiß, dass sie es nicht tun, musste ich mich noch einmal anderweitig orientieren. Deshalb habe ich nun meinen Vermieter gebeten, einmal kurz vorbeizuschauen. Vielleicht kann er mir ja den richtigen Hinweis geben. Auf jeden Fall wird er (im Gegensatz zu meinem Freund, dem Internet) den Vorteil haben, dass ich in fragen kann, wo genau er die Ventile sieht, und außerdem, ob ich eine neue Dichtung brauche. Bis er kommt, werde ich aber auf ein ganz reales Wunder hoffen, nämlich dass mein Wasserhahn genauso wundersam aufhören wird, zu tropfen, wie er angefangen hat ...